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24.11.2011
Lebensversicherer schaffen Monatszuschläge ab
Ftx DÜSSELDORF. Die meisten Kunden von Lebens- und Rentenversicherungen zahlen die Prämie monatlich. Der Prämienzuschlag dafür ist erheblich. Bei Neuverträgen verzichten jedoch immer mehr Gesellschaften darauf. Das ergab eine Branchenumfrage des Finanzportals
Monero.de unter den 25 größten Lebensversicherern. Dafür wird an anderer Stelle kassiert.
Fünf Prozent Zuschlag kostet es normalerweise extra, wenn der Kunde statt jährlich monatlich zahlen will. Das ist der nominale Zins. Effektiv ist der Zins deutlich höher: 11,35 Prozent - jeder Bankkredit wäre günstiger. Bei Abschluss eines Vertrages erfuhr von den hohen Kosten bislang kaum ein Kunde etwas, obwohl die späteren Leistungen durch Monatszahlung mehrere Tausend Euro geringer ausfallen können.
Im Jahr 2009 wurde vor dem Bundesgerichtshof geklärt, dass die Pflicht zur Angabe eines Effektivzinses zumindest für Riesten-Renten besteht, wenn ein Ratenzahlungszuschlag erhoben wird (Az: I ZR 22/07). Seitdem tobt vor Gerichten ein Krieg zwischen Verbraucherschützern und Lebensversicherern, ob generell ein Effektivzins angegeben werden muss. Einige Urteile gaben den Verbraucherschützern recht, andere den Lebensversicherern. Ein höchstrichterliches Urteil dürfte im nächsten Jahr gesprochen werden.
Weniger Überschüsse statt Prämienzuschlag
Was tun die Lebensversicherer inzwischen freiwillig, um den Kunden über die Kosten der Monatszahlungen aufzuklären? Laut Monero-Branchenumfrage unter den 25 größten Lebensversicherern nennt allein die Ergo bei Neuverträgen den Effektivzins, und zwar sowohl im Antrag als auch im Versicherungsschein.
Acht der 25 Lebensversicherer verweigerten Angaben. Andere Lebensversicherer, darunter die Branchenriesen Allianz und AachenMünchener erklärten, sie würden bei neuen Verträgen keine Ratenzuschläge mehr erheben. Aber die monatliche Zahlungsweise werde beim Wertzuwachs berücksichtigt. Soll heißen: Monatszahler erhalten weniger Überschüsse.
Damit kommen zwar die Lebensversicherer daran vorbei, Effektivzinsen auszuweisen. Schließlich gibt es keinen "Kredit" mehr. "Aber ohne weitere Informationen wäre dieses Verfahren ebenfalls intransparent für den Kunden", sagt Rechtsanwältin Monika Maria Risch von der Arbeitsgemeinschaft Versicherungsrecht im Deutschen Anwaltsverein. "Der Kunde soll schließlich wissen, welche wirtschaftlichen Folgen es hat, wenn er die Monatszahlung wählt. Rechtsanwältin Risch hält es deshalb für denkbar, dass das neue Modell ebenfalls auf den Prüfstand der Gerichte kommt. Ftx
Schlagwörter:
Lebensversicherer, Ratenzuschlag, Monero, Monika Maria Risch