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17.06.2010

Bauspar-Kombikredite: Besser als der Ruf

Von Andreas Kunze, Ftx

Ftx DÜSSELDORF. Das Baugeld ist so günstig wie noch nie. Aber wie lange noch? Mit Bauspar-Kombikrediten  lassen sich die Mini-Zinsen bis zu 30 Jahre lang festschreiben. In der Vergangenheit bekamen solche Tarife wegen Zinstricksereien meist schlechte Kritiken. Laut einer neuen Studie der Stiftung Warentest sind die Angebote inzwischen aber deutlich besser geworden.

 


Erst mit geringem Zins über viele Jahre ansparen, später mit geringem Zins ein Darlehen bekommen. Das ist das klassische Prinzip der Bausparkassen. Bei einem Bauspar-Kombikredit gibt es sofort Geld: Die „Kombi“ besteht aus einem Bausparvertrag und einem tilgungsfreien Darlehen, mit dem die Bausparkasse die notwendige Bausparsumme vorfinanziert.

 


Der Kunde zahlt bis zur „Zuteilung“ doppelt: Einerseits die normalen Raten für den Bausparvertrag, andererseits die Zinsen für das Vorausdarlehen. Die später zugeteilte Bausparsumme (Guthaben plus Bauspardarlehen) wird verwendet, um das Vorausdarlehen abzulösen.  Fortan zahlt der Baufinanzierer nur noch Raten für das Bauspardarlehen. Diese sind beim so genannten „Konstantmodell“ genau so hoch wie monatliche Belastung vorher. Über diese Kombination können Bausparkassen über 30 Jahre gleichbleibende Raten und gleichbleibende Zinsen anbieten.

 


Monatliche Belastung gleichbleibend


Schon in der Vergangenheit warben Bausparkassen damit, sie würden ausgesprochen günstige Zinsen im Vergleich zu Banken bieten. Allerdings hatten die Angebote meist mehrere Haken, weil etwa die Sparraten oder die Abschlussgebühren im Effektivzins nicht berücksichtigt wurden. Die Folge: „Die Zinsangaben hatten mit den tatsächlichen Kreditkosten nichts zu tun“, so Jörg Sahr, Finanzierungsexperte der Stiftung Warentest. Der tatsächliche Effektivzins lag bis zu zwei Prozentpunkte über den Angaben der Bausparkassen.

 

Nun hat die Stiftung Warentest erneut die Angebote untersucht und spricht im aktuellen Magazin „Finanztest Spezial Eigenheim“ von einer „kleinen Sensation“: Die Kombikredite der Bausparkassen seien oft günstiger als vergleichbare Bankkredite. Die günstigste Bausparkasse kam bei einer Finanzierung über 24 Jahre auf einen Gesamteffektivzins von rund 4 Prozent, zahlreiche andere Bausparkassen lagen bei vergleichbaren Zeiträumen noch unter 4,5 Prozent effektiv. „Dafür gab es bei den meisten Banken und Kreditvermittlern bestenfalls einen Kredit mit 10 oder 15 Jahren Zinsbindung“, so Tester Jörg Sahr. „Selbst die günstigsten Banken konnten mit den Topangeboten der Bausparkassen nicht mithalten.“

 

Wichtig dabei: Die Testdaten wurden im Januar erhoben. Seitdem ist das Zinsniveau weiter gesunken. Wer aktuell das beste Angebot finden will, muss bei Bausparkassen sich den Gesamteffektivzins nennen  lassen, auch „Gesamtkosten als jährlicher Prozentsatz“ genannt. Nur damit können die Bausparangebote untereinander und mit dem Effektivzins von Bankangeboten verglichen werden. Experte Sahr: „Ein Bauspar-Kombikredit kann sich vor allem dann lohnen, wenn der Kunde voraussichtlich 20 Jahre und länger für die Rückzahlung braucht und kein Zinsrisiko eingehen will. Erste Wahl sind die Kombikredite mit Riester-Förderung, sofern der Kunde sie beanspruchen kann.“ Bei Riester-Verträgen ist die Angabe des Gesamteffektivzinses laut Stiftung Warentest sogar Pflicht. Ftx


Schlagwörter:

Bausparen, Finanzierung, Warentest



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