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Riester-Rente: DWS reagiert endlich auf Kosten-Kritik

Die DWS, Deutschlands größte Fondsgesellschaft, reagiert auf die Kritik an der Riester-Rente: Ab 2016 kann die populäre „DWS Top Rente“ erstmals ganz ohne eingerechnete Abschlussprovisionen erworben werden.

Noch vor ein paar Jahren hatte sich die Deutsche-Bank-Tochter dagegen vor Gericht gewehrt. Kunden, denen bislang mit jeder Einzahlung Geld abgezogen wird, sollten nun aktiv werden, um die neue Regelung für sich nutzen zu können.

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Freiwillig bis 70 arbeiten: Das Gesetz erlaubt es bereits

Wenn es schon die Rente mit 63 gibt, sollte auch das Arbeiten bis 70 attraktiver sein: Der Chef der Bundesanstalt für Arbeit wünscht sich mehr Möglichkeiten für „flexible Ausstiege“.

Freiwillig bis 70 arbeiten? Das Gesetz erlaubt es bereits, mit der Regelaltersgrenze muss noch lange nicht Schluss sein.

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Rente: Dr. Karsten Eichmann, Gothaer Versicherungen

58 Prozent der Deutschen können sich vorstellen, länger als bis zum 65. Lebensjahr zu arbeiten, ergab die Studie Thema „Rente, Reformen und Zukunftsängste 2014“, die das Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag der Gothaer Versicherungen erstellt hat.Der Spaß an der Arbeit steht mit 77 Prozent dabei weit vor finanziellen Gründen mit 60 Prozent.

Und: „Ein wichtiger Reformansatz, den immerhin 53 Prozent der Bürger befürworten, ist die Einführung einer obligatorischen betrieblichen Altersvorsorge“, sagt Dr. Karsten Eichmann, Vorstandsvorsitzender der Gothaer Versicherungen. „Aber aus unserer Sicht bedarf es noch tiefgreifenderer Veränderungen hin zu einem zumindest zu einem Teil kapitalgedeckten System“, so Eichmann.

Die Befragung für die Renten-Studie wurde im September 2014 durchgeführt. Befragt wurden bundesweit 1.513 Bürger zwischen 20 und 70 Jahren.

Betriebsrente: Dr. Klaus Mössle, Fidelity

Die betriebliche Altersvorsorge (baV) wird nur viel zu wenig genutzt. Aktuell trägt die bAV nur 5 Prozent des durchschnittlichen Alterseinkommens bei. Das heißt, sie fristet ein Schattendasein. Der gesetzliche Anspruch auf Entgeltumwandlung, vor über zehn Jahren eingeführt, läuft ins Leere.

„Um die bAV in Deutschland zu stärken, muss sie neu gedacht werden. Es geht um eine im wahrsten Sinne des Wortes ,Neue bAV'“, Dr. Klaus Mössle, Leiter Institutionelles Geschäft bei Fidelity Worldwide Investment in Deutschland. „Schließlich kann sie mehr sein als ein Betriebs-Sparbuch.“

Dazu sei notwendig: „Eine automatische Teilnahme für Arbeitnehmer mit Ausstiegsmöglichkeit, überschaubarer Aufwand und kalkulierbare Risiken für Arbeitgeber, eine renditestarke Geldanlage ohne jährliche Zinsgarantie, eine Trennung von Einzahlungs- und Auszahlungsphase sowie flexible Auszahlungsmöglichkeiten.“

Rente: Prof. Traute Meyer, University Southampton

Ohne eine konsequente Reform des deutschen Rentensystems werde die Zunahme von Altersarmut bis hinein in die Mittelschicht nicht verhindert. In der Gesprächssendung der MetallRente „Karch fragt nach“ fordert Prof. Traute Meyer deshalb eine gesetzliche Mindestrente und die flächendeckende Verbreitung von Betriebsrenten.

Die Einführung des 3-Säulen-Modells im Jahre 2001 sei nur ein „halbgarer Versuch“ gewesen, so Prof. Meyer. In Deutschland sei die erste gesetzliche Säule zwar drastisch gekürzt worden. Auf verpflichtende Elemente zusätzlicher Altersvorsorge habe man jedoch verzichtet. OECD-Erhebungen belegten, dass die Rentenkürzungen die deutsche Altersversorgung bereits unter das Niveau vergleichbarer westeuropäischer Länder gedrückt haben.

Prof. Traute Meyer lehrt seit 15 Jahren „Vergleichende Sozialwissenschaften“ an der University Southampton in Großbritannien. In ihrer Untersuchung „Zwischen Beveridge und Bismarck“ hat sie diese beiden Rentenmodelle auf den Prüfstand gestellt.